Schenkung

Eine Schenkung ist die unentgeltliche Übertragung von Vermögenswerten.

Von vorweggenommener Erbfolge spricht man, wenn die Übertragung auf Personen erfolgt, welche im Erbfall Erben wären. Die Erbfolge wird dabei bereits zu Lebzeiten vorweggenommen.
Durch Schenkungen zu Lebzeiten lassen sich insbesondere steuerliche Vorteile durch konsequente Nutzung der Freibeträge erreichen. Eine Person kann ihren Freibetrag alle 10 Jahre erneut nutzen.
Kommt es erst beim Erbfall zur vollständigen Übertragung Ihres Vermögens, müssen Ihre Erben unter Umständen eine hohe Summe an Erbschaftssteuer aufbringen. Diese kann bis zu 30% des Nachlasswertes betragen, was beispielsweise bei Immobilien im Nachlass problematisch werden kann.
Auch zur Erhaltung von Familienvermögen kann eine Schenkung bereits zu Lebzeiten sinnvoll sein. Nicht selten ziehen Streitigkeiten unter mehreren Erben die Zerschlagung von Grundbesitz oder eines Unternehmens nach sich.
Durch eine gut strukturierte Übertragung auf die nächste Generation bereits zu Lebzeiten lässt sich dies oft vermeiden.
Schließlich sind Schenkungen eine Möglichkeit, im Erbfall drohende Pflichtteilsansprüche zu reduzieren.
Den Abkömmlingen, dem Ehegatten und gegebenenfalls den Eltern steht im Erbfall ein Pflichtteilsanspruch zu, wenn sie durch ein Testament oder einen Erbvertrag enterbt wurden.
Dabei berechnen sich Pflichtteilsansprüche nach der Höhe des Nachlasses.
Reduziert sich der Nachlass vor dem Erbfall, reduzieren sich regelmäßig auch die Pflichtteilsansprüche.
Die Vornahme von Schenkungen ist daher eine Möglichkeit für Sie, Einfluss auf die Höhe der jeweiligen Pflichtteilsansprüche zu nehmen.

Hier müssen jedoch einige Besonderheiten bedacht werden.
So werden beispielsweise Schenkungen, welche innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren vor dem Erbfall erbracht werden, zur Berechnung des Pflichtteilsanspruches abgestuft dem Nachlass hinzugerechnet. Der Pflichtteilsberechtigte kann in diesem Fall über einen sog. Pflichtteilsergänzungsanspruch mittelbar auch an der Schenkung teilhaben.
Sollten Sie eine Schenkung in Erwägung ziehen, müssen Sie sich auch immer im Klaren sein, dass Sie durch eine Schenkung Ihre Position als Rechtsinhaber verlieren.
Hier können Sie beispielsweise durch die Einräumung eines Nießbrauchs- oder Wohnungsrechts, einer Pflegeverpflichtung, einer Verpflichtung zur Zahlung einer Rente oder Regelungen für den Vermögensrückfall Vorsorge treffen.
Weiterhin können Sie sich als Schenker Leistungen für die Versorgung im Krankheits- und Pflegefall vorbehalten und dies vertraglich absichern.
Überdies ist im Zusammenhang mit einer Schenkung im Falle der Pflegebedürftigkeit auch immer an die Rückgriffsmöglichkeit des Sozialhilfeträgers zu denken. Hier hat der Sozialhilfeträger unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Rückabwicklung der Schenkung innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren vor Eintritt der Bedürftigkeit.
Bei der Überlegung, bereits zu Lebzeiten Vermögen zu verschenken, ist es daher wichtig, alle Umstände im Blick zu behalten und hierbei zu berücksichtigen.

Ich berate Sie gerne hierzu und erstelle gemeinsam mit Ihnen ein maßgeschneidertes Konzept für die Übertragung Ihres Vermögens.